Auslegung des Testaments

Aktualisiert am August 26th, 2016

Leider sind Verfügungen von Todes wegen, die ohne anwaltliche oder sonstige professionelle Hilfe formuliert werden, nicht immer eindeutig verständlich formuliert.

Grundsätzlich muss aus der Verfügung von Todes wegen der tatsächliche oder mutmaßliche Wille des Erblassers erkennbar sein.

Falsche Formulierungen können auch korrigiert werden, wenn hinreichende Anhaltspunkte dafür vorhanden sind, dass der Erblasser eigentlich etwas anderes gewollt hat.

Gerade wenn zwischen der Errichtung des Testaments und dem Tod des Erblassers viele Jahre vergehen und sich in dieser Zeit die Verhältnisse oder Vorstellungen des Erblasser geändert haben, entstehen häufig Probleme bei der Auslegung.

Hier ist dann nicht mehr entscheidend, was der Erblasser zum Zeitpunkt der Testamentserrichtung wollte, sondern was er gewollt hätte, wenn er die weitere Entwicklung hätte vorhersehen können.

Aus diesem Grunde empfiehlt es sich immer, Testamente den neuen Lebensbedingungen anzupassen (eine neue Ehe wurde geschlossen oder neue Kinder wurden geboren), damit mehrdeutige Interpretationen später nicht mehr notwendig sind.