Erbrecht Schenkung

Schenkungen des Erblassers vor seinem Tode können in unterschiedlicher Form Auswirkungen auf das Erbrecht haben.

Hat zum Beispiel der Erblasser zu Lebzeiten erhebliche Schenkungen getätigt und dadurch herbeigeführt, dass der Erbteil, den ein naher Angehöriger erhält unter dessen Pflichtteilsquote fällt, so kann der hierdurch benachteiligte vom beschenkten die Differenz zum Pflichtteil erhalten.

Andererseits muss sich aber auch der Pflichtteilsberechtigte erhaltene Eigengeschenke anrechnen lassen.

© endostock - Fotolia.com
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Das Thema Schenkung kann auch im Bereich des Erbschaftssteuerrechts eine große Rolle spielen.

Je nach Verwandtschaftsgrad unterfallen Erbschaften der Steuer. Handelt es sich um einen sehr großen Nachlass, kann die Steuerlast eine nicht unerhebliche Rolle spielen und den Nachlass entsprechend schmälern.

Um die Steuerlast zu schmälern besteht die Möglichkeit innerhalb von 10 Jahren Schenkungen unter der jeweils unter dem geltenden Steuerfreibetrag zu tätigen, um auf diese Weise das später anfallende Erbe zu schmälern, dh., die dann entstehende Steuerlast zu mindern.

Der Erblasser kann auch bereits zu Lebzeiten Schenkungen für den Todesfall anordnen, die erst mit seinem Ableben ihre Wirksamkeit entfalten.

Ein häufiges Beispiel dafür ist das für einen Begünstigten eingerichtete Sparbuch, über das der Begünstigte erst nach dem Ableben des Schenkers verfügen darf.

Schenkungen des Erblassers können auch im Rahmen eines Testaments eine Rolle spielen, wenn der Erblasser zB. anordnet, dass einer der von ihm bestimmten Miterben sich Schenkungen, die er schon zu Lebzeiten des Erblassers erhalten hat, anrechnen lassen muss.